St.Gallen (SG): Arbeitsgruppe Schulwegsicherheit

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Die Stadt St.Gallen hat mit dem direktionsübergreifenden Projekt «Sicherheit bei Schulen» (SbS) und der dazu zuständigen interdisziplinären Projektgruppe eine verbindliche Koordinationsform geschaffen, die klare Zuständigkeiten und regelmässige Austauschgefässe vereint. Statt isolierter Verfahren besteht eine Zusammenarbeit, die die Direktionen frühzeitig vernetzt und unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt. Das Ergebnis ist eine Kultur der Zusammenarbeit mit schnellen Prozessen, massgeschneiderte Tools, wenig Konflikte und abgestimmte Lösungen zugunsten sicherer, attraktiver Schulwege.

Die Schulwegsicherheit ist ein organisatorisch anspruchsvolles Querschnittsthema. Verschiedene Aufgaben von der Information in den Schulen über Verkehrsinstruktion und Verkehrsanordnungen bis hin zum Bau und Unterhalt der Schulwege sind auf mehrere Direktionen und Fachstellen verteilt. Entsprechend fehlt in der Praxis oft ein durchgängiger Informationsfluss, welcher zu Doppelspurigkeiten und nicht genutzten Synergien führen kann.

Mit dem Projekt «Sicherheit bei Schulen» (SbS) hat die Stadt St.Gallen darauf reagiert und eine schlanke und effiziente Organisationsform zwischen Stadtpolizei, Schule und Tiefbauamt geschaffen. Im Zentrum stehen sichere Schulwege sowie die Zusammenarbeit über die Direktionen hinweg. Eine interdisziplinäre Projektgruppe übernimmt die Koordination mit klar definierten Zuständigkeiten, Kompetenzen, einem Informationsaustausch sowie kurzen Entscheidungswegen. Rückmeldungen aus Schulen, von Eltern oder Verbänden werden aufgenommen und in die Arbeit einbezogen.

Als Grundlage dienen u.a. folgende gemeinsam erarbeitete Instrumente:

  • vollständig erfasste Schulwege aller Schulkinder
  • Analyse sämtlicher Fussgängerstreifen
  • Schwachstellenanalysen der Fusswege
  • partizipative Ansätze wie «Augenhöhe 1.20 m»

Sie ermöglichen eine systematische Beurteilung und Priorisierung mittels Analysematrix. Die daraus abgeleiteten Massnahmen verbinden planerische, sicherheitstechnische und pädagogische Aspekte. Zielkonflikte werden kooperativ gelöst, die Kommunikation ist abgestimmt und einheitlich gegenüber der Öffentlichkeit.

Umgesetzt wurden u.a.:

  • Erhöhung Verkehrssicherheit bei Querungsstellen
  • «Achtung Schule»-Markierungen bei übergeordneten Strassen
  • Tieftempozonen in Quartieren
  • Vorgaben für Baustellen im Schulumfeld
  • Kampagnen zur Reduktion von Elterntaxis
  • Verkehrsinstruktion und Elterninformationen.

Infrastrukturmassnahmen werden in Sofortmassnahmen und klassische Strassenprojekte unterteilt. Für Sofortmassnahmen steht ein jährlicher Kredit zur Verfügung.


Persone coinvolte
  • Stadt St.Gallen, Tiefbauamt
  • Stadt St.Gallen, Stadtpolizei
  • Stadt St.Gallen, Schule und Musik
Cronistoria

Einleitender Hinweis zur Chronik


Das Projekt Schulwegsicherheit der Stadt St.Gallen kann nicht in einer klassischen Chronik mit klar abgegrenzten Projektphasen dargestellt werden. Der dargestellte Arbeitsprozess ist als kontinuierlicher, laufender Prozess zu verstehen. Inputs und Auslöser führen fortlaufend zu neuen Projekten oder Teilprojekten. Das Resultat dieses Vorgehens sind umgesetzte Massnahmen, deren Umfang von kleineren punktuellen Anpassungen bis hin zu umfassenden Infrastrukturprojekten reichen kann.

Chronik zur Planung und Realisierung
Erarbeitung Grundlagen und Tools durch das Projektteam

  • LV-Portal: Erarbeitung 2015, Aktualisierung 2024/2025
  • Erfassung Schulwege: 2025

Meldungen und Inputs an das Projektteam

  • Laufende Eingaben von Eltern, Lehrpersonen, Verkehrsverbänden etc.
  • Austausch mit Verkehrsverbänden 3x jährlich
  • Prozess: kontinuierlich / fortlaufend

Ausarbeitung Massnahmen und Besprechung im Projektteam
Eingehende Inputs werden systematisch beurteilt und triagiert in Massnahmenkategorien:

  • Sofortmassnahmen (z. B. bauliche Kleinmassnahmen)
  • Kommunikative bzw. sensibilisierende Massnahmen
  • Repressive polizeiliche Massnahmen
  • Integration in Instandstellungs- oder Infrastrukturprojekt

Infrastruktur- und Sensibilisierungsmassnahmen werden umgesetzt; u.a.

  • Kampagne «Elterntaxi»: 2024 – 2026, inkl. Beitrag auf clemo-Homepage https://clemo.ch/gemeinden/elterntaxis/,
  • Sensibilisierung (z. B. via Polizei bei Schulbeginn)
  • Diverse kleinere bauliche Sofortmassnahmen Fuss- und Veloverkehr: laufend

Quadra dei costi

Die Planung erfolgt stadtintern. Für die Umsetzung von Massnahmen wird der Sofortmassnahmenkredit (Grössenordnung CHF 150'000.- pro Jahr) eingesetzt. Bei grösseren baulichen Massnahmen ist ein eigenständiger Kredit notwendig.