Biel (BE): Arthur-Villard-Promenade
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Die Stadt Biel hat 2025 die Arthur-Villard-Promenade realisiert – mit Gemeinschaftsgarten, Urban-Fitness-Anlage, Streetballbereich, Spielplatz und Aufenthaltsbereichen. Die Vorlage dafür lieferte ein simples, aber schlüssiges Konzept von Westpol Landschaftsarchitekten, die 2016 den zugehörigen Studienauftrag gewannen.
Im Quartier Mett können die Menschen zu Fuss und mit dem Velo nun anstatt an der vielbefahrenen Poststrasse entlang der parallel verlaufenden Promenade flanieren, die einerseits als Begegnungszone signalisiert und andererseits mit einem Fahrverbot für Motorfahrzeuge und -räder (Zubringer gestattet) belegt ist. Der rund 200 Meter lange Abschnitt dient als sicherer Schulweg zur angrenzenden Schule und dem Aufenthalt. Aus einem schlecht zugänglichen Hinterhof mit Parkplätzen ist ein attraktiver Erholungs- und Begegnungsraum für die Quartierbevölkerung geworden. Kinder und Nachbarschaft wurden bei der Gestaltung einbezogen. Für den Gemeinschaftsgarten wurde 2024 der Verein ARTHUR gegründet.

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Die Stadt Biel hat 2025 in Mett, dem bevölkerungsreichsten Quartier, eine vielfältige und attraktive Promenade realisiert. Grundlage war ein 2016 durchgeführter Architekturwettbewerb. Das dicht bebaute Zentrum mit vielen Familien und Haushalten mit geringem Einkommen hatte grossen Bedarf an qualitätsvollen Freiräumen. Zuvor war die Fläche ein unbeleuchteter, schlecht zugänglicher Hinterhof mit Parkplätzen.
Die Promenade schafft eine sichere Fuss- und Veloverbindung abseits der vielbefahrenen Poststrasse – insbesondere als Schulweg. Ein separater Kiesweg auf der Nordseite ist ausschliesslich Zufussgehenden vorbehalten. Die gesamte Promenade ist als Begegnungszone signalisiert und für den motorisierten Verkehr mittels versenkbarer Poller gesperrt. Die Verkehrsberuhigung erstreckt sich über das umliegende Quartier bis zur Schule. Das Angebot fördert gezielt Gesundheit und Bewegung: Urban-Fitness-Anlage, Streetball-Bereich, Spielplatz und Gemeinschaftsgarten stehen zur Verfügung. Schattenplätze mit Bäumen, Sitzgelegenheiten, ein Brunnen und ein offener Bücherschrank laden zum Verweilen ein. Ein Holzpavillon dient als Treffpunkt, Wetterschutz und Gartenschopf. Die sorgfältige Gestaltung und vielfältige Bepflanzung verleihen der Promenade hohe Aufenthaltsqualität.
Die Bevölkerung wurde bei der Gestaltung einbezogen: In Workshops konnten Kinder und Betreuungspersonen ihre Bedürfnisse an den Spielplatz einbringen. Aus der Nachbarschaft wurde der Verein ARTHUR für den Gartenbetrieb gegründet. Der Gemeinschaftsgarten mit Obstbäumen, Hochbeeten, Beerensträuchern und weiteren Anbauflächen liegt in der Mitte der Promenade und ist für alle zugänglich.
Die rund 200 Meter lange Arthur-Villard-Promenade wurde am 24. Mai 2025 eingeweiht. Seither wird sie rege von Familien, älteren Personen, Jugendlichen sowie der direkten Nachbarschaft genutzt. Auftretenden Spannungen mit Anwohnenden begegnet die Stadt durch Dialog und punktuelle Anpassungen. Das Projekt zeigt modellhaft, wie auf begrenzter Fläche mit verhältnismässigem Aufwand ein Mehrwert für ein ganzes Quartier entstehen kann – durch Fussverkehrsförderung, Klimaanpassung und partizipative Gestaltung. Besonders hervorzuheben ist die Kombination von Angeboten für alle Altersgruppen auf einem verkehrsfreien Raum, der Gemeinschaftsgarten für Nachbarschaft und Schule sowie die Fussverkehrsvernetzung über die Promenade hinaus.
Die Promenade ist nach dem Bieler Lehrer und Politiker, Arthur Villard (1917-1995) benannt. Er unterrichtete im Schulhaus Mett und war eine prägende Persönlichkeit des politischen und öffentlichen Lebens in Biel. Er setzte sich insbesondere für eine gerechte Gesellschaft und für den Frieden ein.
Bauherrschaft: Stadt Biel, Präsidialdirektion, Abteilung Stadtplanung und Direktion Bau, Energie und Umwelt
Planung: Westpol Landschaftsarchitektur
Bauleitung: Schmid & Pletscher AG
Partizipation: Sanu future learning AG, QuartierInfo Mett
2016: Architekturwettbewerb «Mett-Zentrum»
Auftraggeberinnen waren einerseits die Stadt Biel als Eigentümerin und Bauherrin des öffentlichen Freiraumes und andererseits die Bieler Vitali's Generation AG für die Neuüberbauung des «Bären». Sowohl für den Neubau im Bereich des «Bären» als auch für den öffentlichen Freiraum wurde der Projektvorschlag jardin métropole zur Weiterbearbeitung empfohlen. Das Siegerprojekt stammt aus der Feder von HHF Architekten ETH SIA BSA und Westpol Landschaftsarchitekten, beide aus Basel.
2018-2023: Projektierung und Einreichung Baugesuch
Das Projekt wurde weiterentwickelt und, insbesondere in Bezug auf das Klima,
angepasst. Im Juli 2023 konnte das Baugesuch eingereicht werden.
2023-2024: Bauprojekt und Partizipation
Im August 2023 stimmte der Stadtrat (Bieler Legislative) dem Realisierungskredit zu.
Zwischen Herbst 2023 und Frühsommer 2024 organisierte die Stadt Biel verschiedene Workshops zur Gestaltung des Spielplatzes und des Gemeinschaftsgartens.
2024-2025: Realisierung
Die Bauarbeiten konnten im Mai 2024 beginnen und ein Jahr später, im Mai 2025 abgeschlossen werden. Die neue öffentliche Promenade wurde am 24. Mai 2025 mit einem Fest eingeweiht.
3.2 Mio. CHF
Finanzierung: Stadt Biel sowie Subventionen aus dem Agglomerationsprogramm und Mehrwertabgabe (1.5 Mio. CHF)
Bewertung der Jury
Die Promenade liegt in einem dicht besiedelten, im Umbruch befindlichen Aussenquartier von Biel. Die neu entstandenen Fussverkehrs- und Veloverbindungen der Promenade stellen willkommene Alternative zu den umgebenden, stark befahrenen Strassen dar.
Durch das Projekt ist ein grosszügiger multifunktioneller Raum entstanden, der allen offensteht und auf vielfältige Weise für körperliche Aktivitäten, zur Entspannung und zur Begegnung genutzt werden kann. Der integrierte Spielplatz ist für Kinder, Eltern und auch für Menschen mit Behinderungen geeignet. Das Projekt ermöglicht weiterhin die Anlieferung für Geschäfte und wird den Besonderheiten der verschiedenen Wohnformen gerecht. Die klare Raumaufteilung und die Trennung zwischen dem gemeinsamen Fuss- und Radweg und dem reinen Fussweg gewährleisten ein friedliches, sinnvolles Nebeneinander für die aktive Mobilität.
Die Promenade harmoniert mit den umliegenden Strassen und ist gut mit ihnen verknüpft. Im Bereich der Schule bringt die parkähnliche Gestaltung den Bestand an grossen Bäumen zur Geltung. Zur Mühlestrasse hin schafft der einladende, urban anmutende Platz Distanz zum Verkehr. Ein bestehender, für die Erreichbarkeit des Quartiers wichtiger Querweg wird geschickt integriert.
Die bestehenden sowie neu gepflanzten Bäume und Hecken, der Gemüsegarten, der Obstgarten und die Rasenflächen bilden ein vielfältiges Pflanzenensemble. Regenwasser kann auf den grösstenteils durchlässigen Flächen versickern.
Die Projektziele konnten erfolgreich umgesetzt werden; dies beweist nur schon die Nutzung der verschiedenen Einrichtungen durch ein breites Publikum, aber auch dass die in die Projektentwicklung einbezogene Nachbarschaft die Gärten pflegt.
Einzige Einschränkung: An den Sitzgelegenheiten wären Armlehnen insbesondere für ältere Menschen hilfreich. Ausserdem sollten die Tische und die Pergola für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer barrierefrei erreichbar sein.
Fazit: Der Wille zur Schaffung einer «Promenade» für den Fussverkehr sowie die mit Konsequenz und Fingerspitzengefühl umgesetzten Projektelemente haben Vorbildcharakter für andere im Umbruch befindliche Quartiere. Die gelungene Investition in eine hochwertige Innenentwicklung haben aus einer Hinterhofsituation einen attraktiven öffentlichen Raum gemacht, der bei der Jury auf einhellige Begeisterung stiess.