Bern (BE): Street Murals. Jungen Frauen Raum schaffen
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«Der Moment, wenn die Stürmer*innen ausbrechen, zum Schuss aufs Goal ansetzen» ist eines der Street Murals, die im Sommer 2025 in Bern entstanden sind. Als Gastgeberin der Fussball-Europameisterschaft der Frauen wollte Bern dieses Ereignis nutzen, die Wünsche junger Frauen an den öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Junge Künstlerinnen haben mit Lehmfarbe grossflächige Bodengemälde auf Fuss- und Velowegen geschaffen; unterwegs von allen Stadtteilen in Richtung Fussballstadion. Die Freude von Mädchen und Frauen am Fussball und ihr Anspruch auf den öffentlichen Raum waren bei allen Murals das Leitmotiv. Diese laden dazu ein, die Stadt zu Fuss und auf dem Velo zu entdecken.
Von jungen Fussballerinnen wollte die Stadt Bern erfahren, was für sie wichtig ist, um sich im öffentlichen Raum wohlzufühlen. Es ist bekannt, dass Mädchen und junge Frauen den öffentlichen Raum weniger für sich beanspruchen und darin seltener raumgreifende Aktivitäten ausüben als ihre männlichen Altersgenossen. Die Planung und Nutzung des öffentlichen Raums sind nach wie vor eher männlich geprägt. Dies liegt nicht am mangelnden Interesse, sondern hat mit der Sozialisation und den gesellschaftlichen Normen zu tun.
Im Austausch mit Planer*innen der Stadt Bern haben die Mädchen den Wunsch formuliert, ihre Vorbilder vom Fussballplatz an Hauswänden sichtbar zu machen: Fussballerinnen sollen gesehen werden. Eine solche Umsetzung war nicht möglich, zu kurz die Zeit und zu hoch die Kosten. So entstand die Idee von Bodengemälden, welche Kunst und Fussball verbinden und die Menschen aus allen Stadtteilen zu Fuss und auf dem Velo ins Stadion führen.
Auf Einladung der Stadt Bern haben Studentinnen der Hochschule für Künste Bern Skizzen ihrer Ideen eingereicht. Sieben ausgewählte Künstlerinnen gestalteten schliesslich sechs Wegstücke – auf der Lorrainebrücke, dem Viktoriaplatz, der Waldmannstrasse, der Neubrückstrasse, der Aarstrasse und dem Rad-Wahn. Auf dem Viktoriaplatz haben Mädchen aus dem Quartier mit der Künstlerin gemeinsam gemalt.
Mit diesem Projekt, das auch eine Massnahme des «Aktionsplans 2023 – 2026 zur Gleichstellung von Frauen und Männern und von LGBTIQ-Menschen» ist, haben junge Künstlerinnen sichtbar Raum für ihr Schaffen erhalten. Dies als Inspiration für Mädchen und junge Frauen, selbst den öffentlichen Raum zu beanspruchen. Für die temporären Gemälde während der Frauen-EM verwendeten die Künstlerinnen wasserfeste und dennoch leicht entfernbare Lehmfarbe. Inzwischen haben die Street Murals den Winter überdauert, dank der ausgezeichneten Qualität und der positiven Resonanz aus der Bevölkerung, der Politik und dem Sport. Wenn sie im Frühsommer 2026 entfernt werden, haben sie fast ein Jahr den öffentlichen Raum bereichert und den Fussgänger*innen kunstvolle und abwechslungsreiche Wege beschert.
Beteiligten
Auftraggeberin:
- Stadt Bern, Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün
Planer*innen:
- Stadt Bern, Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün
- Büro für Mobilität BfM
Hochschule der Künste Bern, Berner Fachhochschule
- Alicia Hüsser, https://www.instagram.com/gschuttet/
- Madeleine Brunner
- Atalja Tapis, http://www.ataljatapis.ch/
- Aska Schär, http://www.askaschaer.ch/
- Alba De Zanet, https://www.albadezanet.com/
- Clara Corbella, https://www.instagram.com/gschuttet/
Valerie Bartholdy, https://www.enorm.ch/ zusammen mit Mädchen aus dem Quartier
Herbst 2024
- Planer*innen der Stadt Bern und junge Fussball-Spielerinnen tauschen sich zum Thema öffentlicher Raum aus.
Winter 2025
- Es entsteht die Idee, die Wege zum Stadion mit Street Murals zu gestalten.
März 2025
- Ausschreibung
März 2025
- Projektvergabe an die Künstlerinnen
Mai 2025
- Sieben junge Künstlerinnen bemalen Fuss- und Velowege. Auf dem Viktoriaplatz malen Mädchen und Frauen aus dem Quartier mit.
September 2025
- Verlängerung: Die temporären Kunstwerke bleiben bis Mai 2026 bestehen.
Finanzierung durch die Stadt Bern
Konzept, Ausführung und Material Fr. 70 000.00