Flâneur d’Or 2026
Bern (BE): Aufwertungsmassnahmen Rosalia Wenger-Platz
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Mitten im Quartier ist aus Asphalt Lebensraum geworden: Der Rosalia-Wenger-Platz in Bern hat sich von einer grauen Fläche zu einem grünen Treffpunkt gewandelt. Wo früher rund 900 m² asphaltierter Boden die Hitze speicherte, wächst heute ein «Microforest» mit Bäumen und dicht stehenden Sträuchern auf sickerfähigen Oberflächen.
Die neue Begrünung kühlt die Umgebung spürbar, spendet Schatten und bringt Jahreszeiten erlebbar zurück in den Alltag. Wasser- und Sitzangebote laden zum Verweilen ein, zum Durchatmen, zum Begegnen. Kinder spielen, Menschen kommen ins Gespräch, Passantinnen bleiben stehen.
Für Menschen, die zu Fuss unterwegs sind, bedeutet die Umgestaltung mehr als nur eine Verschönerung: Die Wege sind angenehmer, das Mikroklima ist ausgeglichener, der Platz fühlt sich sicher und einladend an. Der Rosalia-Wenger-Platz ist heute nicht mehr Durchgangsort, sondern Aufenthaltsort – ein Beispiel dafür, wie klimaangepasste Gestaltung die Qualität des öffentlichen Raums nachhaltig verbessert.
Der eingereichte Videobeitrag macht diese Transformation sichtbar und zeigt, wie der Platz heute im Alltag genutzt und belebt wird.
VideoDirekt vor dem Bahnhof Bern-Wankdorf lag der Rosalia-Wenger-Platz lange als versiegelte, monotone Fläche da: funktional, aber heiss, grau und wenig einladend. Im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Projekts zwischen Stadt Bern und SBB wurde der Platz grundlegend neu gedacht und klimawirksam gestaltet. Asphalt wurde aufgebrochen, durchlässige, vegetationsfreundliche Oberflächen eingebaut, ein dichter Microforest gepflanzt, ein Trinkwasserspender und einladendes Mobiliar ergänzt.
Entstanden ist weit mehr als eine stadtklimatische Aufwertung. Heute empfängt der Platz die Menschen, statt sie nur passieren zu lassen. Eine klare Wegführungen und eine platzdefinierende Gestaltung erhöhen Sicherheit, Orientierung und Komfort für alle Generationen, gerade im während der Rushhour stark frequentierten Bahnhofsumfeld.
Die neue Begrünung wirkt als natürlicher Hitzeschutz und verbessert das Mikroklima spürbar. Wer sich durch einen schattigen, kühleren Stadtraum bewegt, hält sich eher im Freien auf und erlebt Alltagswege als angenehm statt belastend. So fördert der Platz Gesundheit und Bewegung unmittelbar und stärkt die aktive Alltagsmobilität.
Im Video wird diese Transformation sichtbar: Aus einer Hitzeinsel ist ein grüner, lebendiger Stadtraum geworden. Die Aufenthaltsqualität ist deutlich gestiegen, der Rosalia-Wenger-Platz hat sich zu einem attraktiven Knotenpunkt für den Fussverkehr in einem wichtigen Business- und sich rasant entwickelnden Wohnquartier Verbindungen zum öffentlichen Verkehr und ins Quartier sind heute nicht nur funktional, sondern einladend gestaltet.
Mit dem Microforest im unmittelbaren Bahnhofsumfeld und der konsequenten Entsiegelung wurde ein mutiger, innovativer Schritt gewagt. Die enge Zusammenarbeit der Beteiligten zeigt, wie Engagement und Beharrlichkeit qualitätsvolle Lösungen ermöglichen. Mit vergleichsweise einfachen Massnahmen konnte eine überdurchschnittliche Wirkung für Quartier und Stadt erzielt werden.
Acteurs impliqués- Tiefbau Stadt Bern (Federführung)
- SBB AG Infrastruktur – Sicherheit, Qualität, Umwelt
- Stadtgrün Bern
- Kultur Stadt Bern
- Uni Bern, Geografisches Institut
- Planung September 2021 - September 2022
- Umsetzung im Februar 2023 (Dauer 3 Wochen)
- zusätzliche Baumpflanzungen (6 Bäume) im Dezember 2024
Gesamtkosten 110 000.00
Der Rosalia Wenger Platz ist heute nicht nur gestaltet, sondern im Alltag angekommen: Er wird genutzt, belebt und selbstverständlich in den Alltag integriert. Gerade diese gelebte Qualität macht ihn zu einem überzeugenden Beispiel dafür, wie klimaangepasste Infrastruktur die Attraktivität, Sicherheit und Freude am Gehen nachhaltig stärkt und damit die zentralen Anliegen des Flâneur d’Or in besonderer Weise erfüllt.
Auch wenn der ursprüngliche Impuls aus der Klimaanpassung kam, entfaltet die Umsetzung ihre Wirkung besonders stark im Alltag des Fussverkehrs:
- Angenehmere Gehqualität: Entsiegelung und Begrünung sorgen für ein ausgeglicheneres Mikroklima und schaffen atmosphärische Stadträume für tägliche Wege zu Fuss.
- Mehr Komfort und Aufenthalt: Schatten, kühlende Effekte und neue Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein und machen das Unterwegssein zu Fuss attraktiver.
- Stärkere Vernetzung: Als Platz direkt am Bahnhof Wankdorf verbessert die Umgestaltung die Anbindung an den öffentlichen Verkehr und wertet wichtige Quartierverbindungen auf.
Mit seiner vielschichtigen Wirkung – von Klimaanpassung über Aufenthaltsqualität bis hin zur Förderung des Fussverkehrs –entspricht das Projekt den Zielen und Bewertungskriterien des Flâneur d’Or Fussverkehrspreis Infrastruktur.
Es zeigt, wie gezielte Eingriffe im öffentlichen Raum nicht nur auf ökologische Herausforderungen reagieren, sondern zugleich das Zufussgehen stärken und bereichern.
Der Videobeitrag macht diese Qualitäten sichtbar und erlebbar. Er lädt dazu ein, die Transformation des Rosalia-Wenger-Platzes als das zu würdigen, was er heute ist: eine grüne, einladende und fussgängerfreundliche Adresse im städtischen Alltag und ein Projekt, das die Ziele und Bewertungskriterien des Flâneur d’Or Fussverkehrspreis Infrastruktur in besonderer Weise erfüllt.