Biel (BE): Alleestrasse

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Die Stadt hat die Alleestrasse neu gestaltet und dabei den verkehrsgeprägten Raum in einen klimaangepassten, lebendigen Stadtraum verwandelt. Durch Verkehrsberuhigung und gezielte Förderung des Langsamverkehrs entstand Raum für Bewegung, Aufenthalt und Begegnung. Der Seitenarm der Schüss wurde renaturiert und die Umgebung grün und lebendig gestaltet. Dieser zentrale Ort lädt zum Ankommen, Durchatmen und Verweilen ein. Als wichtige Verbindungsachse stärkt die Alleestrasse die Vernetzung zwischen dem Quartier und der Innenstadt und schafft einen attraktiven, zukunftsfähigen Lebensraum.

Die Neugestaltung der Alleestrasse verwandelt den bisher verkehrsgeprägten Raum in einen klimaangepassten, lebendigen Stadtraum. Die neue Überbauung im Dreieck Matten-, Brühl- und Alleestrasse bietet die Chance, den öffentlichen Raum neu zu denken und auf die Bedürfnisse der Menschen auszurichten.

Im Mittelpunkt steht die Rückeroberung des Strassenraums für die Menschen. Die Alleestrasse wird zur Begegnungszone, der motorisierte Verkehr stark reduziert. Fussgängerinnen und Fussgänger und Velofahrende bewegen sich sicher und selbstverständlich. Künftig beleben Cafés, Läden und eine Kindertagesstätte das Quartier und fördern das soziale Miteinander.

Gleichzeitig befreien wir die Madretsch-Schüss aus ihrer technischen Enge und machen sie als identitätsstiftendes Element erlebbar. Eine verbreiterte Uferzone mit Sitzstufen ermöglicht direkten Zugang zum Wasser. Naturnahe Vegetation und zusätzliche Bäume verbessern Mikroklima und Biodiversität. Strukturreiche Lebensräume im und am Wasser fördern die ökologische Qualität nachhaltig.

Das Projekt folgt dem Schwammstadt-Prinzip: Regenwasser wird vor Ort zurückgehalten, versickert und dem natürlichen Kreislauf zugeführt. Versiegelte Flächen nehmen ab, die Klimaresilienz des Stadtraums steigt.

So entsteht ein zusammenhängender Stadtraum, der Bewegung, Aufenthalt und Naturerlebnis verbindet. Die Alleestrasse übernimmt eine wichtige Verbindungsfunktion entlang der Schüss, stärkt die Vernetzung zwischen Quartier und Innenstadt und wird zu einem identitätsstiftenden Ort. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Mobilitätswende, Klimaanpassung und Stadtraumgestaltung integrativ und wirkungsvoll gelingen.

Persone coinvolte

Bauherrschaft

  • Stadt Biel, Direktion Bau, Energie und Umwelt

Landschaftsarchitektur und Gewässerplanung

  • extrā Landschaftsarchitekten AG
  • see-land.plan gmbh, Biel

Bauingenieur/Bauleitung

  • Schmid & Pletscher AG, Nidau
Cronistoria

2022 – 2024   Projektierung und Baueingabe

Der Gemeinderat genehmigte den Projektierungskredit am 26. Oktober 2022.

Im Oktober 2024 wird das Baugesuch eingereicht.

2025 Ausschreibung

Im Februar stimmt der Stadtrat (Bieler Legislative) dem Realisierungskredit zu.

2025 – 2026  Realisierung

Die Bauarbeiten beginnen im Juli 2025. Die Fertigstellung erfolgt im April 2026

mit der Ansaat und Pflanzung der Stauden und Wasserpflanzen.

Quadra dei costi

Massnahmen Strassen- und Grünraum CHF 730'000.--

Massnahmen Wasserbau CHF 40'000.--

Bepflanzung, Signalisation, Markierung, Möblierung CHF 75'000.--

Honorare CHF 200'000.--

Reserve CHF 50'000.--

Total Brutto Verpflichtungskredit CHF 1'120'000.--


Beiträge: Die Wasserbaumassnahmen im Gerinne wurden durch den Kanton über den Renaturierungsfonds mit einem Beitrag von CHF 20 000.-- mitfinanziert.

Subventionen von CHF 364'000.—können beim Aggloprogramm geltend gemacht werden.

Über die Spezialfinanzierung Klima der Stadt Biel werden CHF 314'000.—bezahlt.

Die Nettokosten für das Projekt belaufen sich auf ca. 440 000 Franken

Die Transformation der Alleestrasse verlangte eine enge Abstimmung zwischen Stadtplanung, Verkehr, Gewässerrevitalisierung und privater Entwicklung. Zentrale Herausforderungen waren die Neuverteilung des Strassenraums, die Integration der Schüss sowie die Akzeptanz für Verkehrsberuhigung und den Wegfall von Parkplätzen. Konflikte entstanden durch den Widerstand des Heimatschutzes gegen die Renaturierung sowie durch die notwendige Fällung von drei Bäumen für den Zugang zur Schüss. Als Ausgleich wurden sieben neue Bäume gepflanzt.

Die Neugestaltung der Alleestrasse zeigt beispielhaft, wie bestehende Strassenräume in Schweizer Städten transformiert werden können: von autoorientierten Verkehrsachsen zu lebendigen öffentlichen Räumen für den Fussverkehr.

Die Kombination von Verkehrsberuhigung, Gewässeraufwertung und öffentlich-privater Zusammenarbeit bietet ein Modell, das auch in anderen Städten und Quartieren angewendet werden kann.