Freiburg (FR): Kreuzung Richemond

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Die in engem Zusammenhang mit der Verlängerung der SBB-Unterführung stehende Neugestaltung der Kreuzung Richemond nördlich des Bahnhofs Freiburg zielt darauf ab, die Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr zwischen dem Quartier Beauregard und dem Stadtzentrum zu verbessern. Die ehemals lichtsignalgeregelte Kreuzung mit täglich 20'000 Fahrzeugen und 500 Bussen wurde in eine Begegnungszone umgewandelt. Gleichzeitig entstand eine zusätzliche Unterführung als Zugang zu den Bahngleisen. Der zur Verfügung stehende Raum wurde zugunsten der Zufussgehenden neu aufgeteilt. Die ihnen vorbehaltenen geschützten Flächen reichen nun weit über die früheren Trottoire hinaus, die teilweise weniger als zwei Meter breit waren. Das Projekt wurde so konzipiert, dass es zu keiner Verlagerung des Verkehrs in die angrenzenden Quartiere kommt. Es verbessert den Komfort für der Velofahrenden (TransAgglo), die Pünktlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs sowie den Fluss des motorisierten Verkehrs und kommt damit allen Verkehrsmitteln zugute.

Die westlich des Freiburger Bahnhofs gelegene Kreuzung Richemond ist ein wichtiger Knotenpunkt im kommunalen Strassennetz. Etwa 20'000 Fahrzeuge passieren die Kreuzung pro Tag, womit das motorisierte Verkehrsaufkommen insbesondere zu den Stosszeiten sehr hoch ist. Für die Einwohnenden des Quartiers Beauregard und des Gebiets westlich des Bahnhofs fungiert die Kreuzung als wichtigste und direkteste Fussverkehrsverbindung zum Stadtzentrum sowie zum Pérolles-Quartier.

Als Weiterführung des (noch nicht realisierten) Bahnhofprojekts zeichnet sich der Ausbau durch einen Asphaltbelag mit Polygonen aus, die von grosszügigen Natursteinumrandungen umfasst werden. Anhand dieser Formen werden die Räume für Menschen zu Fuss von denjenigen für Fahrzeuge abgegrenzt. Da es sich um eine hochfrequentierte Begegnungszone handelt, ist diese Abgrenzung notwendig, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden und den reibungslosen Betrieb der Buslinien, welche diese Kreuzung nutzen, zu gewährleisten.

Das Raumkonzept dieses Projekts ermöglicht es, den Verkehr flüssiger zu gestalten, den für die Zugänge der Unterführung erforderlichen Raum zu schaffen sowie die Trasse der die Kreuzung künftig durchquerenden Veloverdingung TransAgglo zu integrieren.

Die Zugänge zur Begegnungszone fügen sich in die bebaute Umgebung ein und sind entsprechend dem Verlauf der wichtigsten Fussverkehrsströme positioniert. In diesem neu geschaffenen öffentlichen Raum sorgen vier begrünte Verkehrsinseln für eine Beruhigung des Strassenverkehrs und für schattige Plätze, die zum Verweilen einladen.

Die Inbetriebnahme der neuen Kreuzung hat zum Verkehrsfluss, zur Beruhigung, zum Miteinander und zur Sicherheit beigetragen.

Beteiligten

Bauherrschaft: Stadt Freiburg
Architekten: LZA architectes, Villars-sur-Glâne
Landschaftsarchitektur: MG Associés, Vuissens
Bauingenieur: Gruner, Freiburg
Bauunternehmen: Antiglio, Freiburg
Gartenbau: Art du Jardin Zbinden, Bourguillon
Mobilitätsingenieur: Viatron, Bern

Meilensteine

Planung: 2019 bis 2022
Öffentliche Auflage: März 2021
Erteilung des Objektkredits: Dezember 2022
Baubeginn: März 2023
Einweihung: 12. Juni 2025

Kostenrahmen

Planungskredit: 1'100'000 CHF inkl. MWST

Gesamt-Objektkredit für den Knotenpunkt: 8'570'770 CHF inkl. MWST

Objektkredit für die Neugestaltung der Kreuzung Richemond: 2'816'370 CHF inkl. MWST

Bewertung der Jury

Das Projekt stellt einen mutigen Schritt zur Umgestaltung der bisher dysfunktionalen Fläche am Hintereingang des Bahnhofs dar. Dass trotz des hohen Verkehrsaufkommens eine Kreuzung als Begegnungszone optimiert wurde, in welcher der Fussverkehr Vortritt hat, ist in der Schweiz beispiellos. Der Verkehr wird dadurch beruhigt, die Busse können aber trotzdem verkehren. Die Menschen zu Fuss können die Strasse überall queren und müssen nicht mehr auf schmalen Verkehrsinseln auf eine Lücke im Verkehr warten. Das Überqueren der Strasse bleibt aber zu Stosszeiten insbesondere für Kinder und ältere Menschen schwierig, und es fehlt an einer durchgehenden Wegführung für Sehbehinderte.