Yverdon-les-Bains (VD): Fussgängerbrücke «Passerelle des Cigarières»
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Die «Passerelle des Cigarières» schliesst eine Lücke im Fuss- und Velowegnetz von Yverdon-les-Bains, sorgt für durchgehende Verbindungen im Zentrum und verknüpft den Bahnhof mit dem Quai de la Thièle. Die Passerelle liegt in der Achse der Ruelle Vautier und ermöglicht so eine reibungslosen Fuss- und Velowegverbindung zwischen dem Parc des Rives und dem Bel-Air-Quartier. Das Bauwerk referenziert auf Fixpunkte der lokalen Geschichte: Die Brückenfarbe ist eine Hommage an die in Yverdon-les-Bains hergestellten Hermès-Schreibmaschinen. Der Name der Brücke erinnert an den Streik der Arbeiterinnen einer Zigarrenfabrik im Jahr 1907. Das aus Öko-Stahl gefertigte Bauwerk verbindet somit Nachhaltigkeit, Eleganz und Stadtgeschichte miteinander.
In Yverdon-les-Bains wurde mit der «Passerelle des Cigarières» gezielt ein Defizit im Netz für die aktive Mobilität behoben. Die Fussgängerbrücke stärkt die urbane Einheit, die aus dem historischen Zentrum, dem Bahnhofsviertel und dem Bel-Air-Quartier gebildet wird. Durch die direkte Verbindung von Bahnhofsvorplatz und Quai de la Thièle schliesst die Passerelle eine entscheidende Lücke im Fuss- und Velowegnetz, wodurch der zentrale Bahnhofsbereich nun in dieses Netz eingebunden ist. Das in der Achse der Ruelle Vautier errichtete Bauwerk erlaubt nicht nur die Überquerung der Thièle und des Quai de l’Ancienne-Douane, sondern stellt eine leicht erkennbare innerstädtische Verbindung her und stärkt so die Verkehrsdurchlässigkeit zwischen Bahnhof, Bel-Air-Quartier und Seeufer. Die Passerelle ist für 500 Nutzende pro Stunde ausgelegt und so breit dimensioniert, dass einem harmonischen Miteinander von Menschen zu Fuss und Velofahrenden im Herzen des im Wandel befindlichen Stadtzentrums nichts im Wege steht.
Neben ihrer rein funktionellen Leistung besticht die Brücke auch durch ihre Namensgebung, mit der das Bauwerk auf einen Fixpunkt der lokalen Geschichte verweist. Der Name erinnert an die Arbeiterinnen, die im Jahr 1907 die Zigarettenfabrik Vautier bestreikten – ein Ereignis, das in der Schweiz als Meilenstein im Kampf für Frauenrechte gilt. Dieser historische Bezug verleiht der Passerelle eine starke symbolische Bedeutung und stellt eine Verbindung zwischen moderner Mobilität und sozialem Erbe her.
Aus baulicher Sicht zeugt die Wahl des Ökostahls von vorbildlichem Umweltbewusstsein. Dieser aus Recyclingmaterialien mit geringem CO₂-Fussabdruck hergestellte innovative Werkstoff steht für einen von Verantwortung geprägten Ingenieursansatz. Schliesslich unterstreicht die resedagrüne Farbe der Brückenkonstruktion die mit dem Bauwerk verbundene identitätsstiftende Geschichte. Der Farbton ist eine Hommage an die Hermès-Schreibmaschinen, die als industrielle Wahrzeichen von Yverdon-les-Bains für Präzision und Eleganz standen.
Die «Passerelle des Cigarières» besticht durch ihre gelungene Einbettung in die Umgebung, ihre schnörkellose Funktionalität und ihre historischen Bezüge. Wer sie überquert, legt nicht nur eine Wegstrecke zurück, sondern begibt auf einen veritablen Stadtspaziergang.
Beteiligten
Bauherrschaft: Stadt Yverdon-les-Bains
Auftragnehmer:
Architektur: Brauen Wälchli Architectes, Lausanne
Ingenieure: Perret-Gentil Ingénieurs Civils, Yverdon-les-Bains
Landschaftsarchitektur: Profil Paysage, Yverdon-les-Bains
Stahlbau: Sottas, Bulle
Maurerarbeiten: Beati Frères, Grandson
Februar 2022: Auftragsvergabe
Mai 2024: Baubeginn
Oktober 2024: Einbau der Passerelle
Dezember 2024: Teileröffnung
Juni 2025: Einweihung
Fr. 2,7 Mio. ohne MWST
Bewertung der Jury
Die Passerelle schafft eine direkte, komfortable und elegante Verbindung für die aktive Mobilität. Sie wird vom Fuss- und Veloverkehr gemeinsam genutzt, was aber bestens funktioniert. Der Treppenzugang bei der Rue des Ateliers erspart den Menschen zu Fuss einen Umweg. Die Integration in das Fusswegnetz könnte sowohl in Richtung Bahnhof als auch in Richtung Ruelle Vautier intuitiver und sichtbarer gestaltet werden. Die nüchterne Gestaltung legt Wert auf die Verwendung von Recyclingmaterialien. Die öffentlichen Räume und Bepflanzungen an den Brückenanschlüssen könnten stärker herausgearbeitet werden. Die Namens- und Farbgebung der «Passerelle des Cigarières» nimmt Bezug auf die Stadtgeschichte , was von einer sorgfältigen Projekterarbeitung zeugt .