Flâneur d’Or 2004

Genf (GE): Les Yeux de la Ville

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Sieben Strassenabschnitte wurden als Fussgänger- oder Begegnungszonen eingerichtet. Während drei Monaten sollten sie das Leben im städtischen Aussenraum und die Mobilität der QuartierbewohnerInnen beeinflussen. Die Aktion veranlasste die BewohnerInnen, ihr Mobilitätsverhalten zu überdenken, und baute Ängste und Widerstände gegen verkehrsberuhigende Massnahmen ab. Mehreren Organisationen bot sich die Gelegenheit zum öffentlichen Auftritt.


Ausgangslage
Der erfolgreiche Verlauf der Aktion “In die Stadt ohne mein Auto” im Jahre 2001 war Anlass für die Stadtverwaltung, ein Konzept für temporäre Strassengestaltungen an sieben verschiedenen Standorten zu entwickeln. Vorgesehen wurden Strassen n Wohnquartieren, deren AnwohnerInnen bereits von sich aus aktiv geworden waren und die vom ruhenden Verkehr oder dem Durchgangsverkehr dominiert werden. Auch einzelne Orte, die bereits dem Fussverkehr gewidmet waren, sollten durch die Aktion belebt werden.

Vorgehen
Im Mittelpunkt des Projekts stand der Mensch zu Fuss. Ihm wurde ein geschützter öffentlicher Raum zugestanden, der ihm erlaubte, die Strasse, die Leute, den Himmel zu betrachten. Die Strasse konnte gemeinsam bewohnt werden und so der Begegnung und dem Spiel dienen.
Als Modell im Massstab 1:1 sollten die temporären Einrichtungen das Erleben des städtischen Aussenraumes und das Mobilitätsverhalten beeinflussen und ihre Alltagstauglichkeit beweisen.

Umsetzung
Die Strassenabschnitte wurden temporär als Fussgänger- oder Begegnungszonen signalisiert. Teilweise wurden auch organisatorische Massnahmen wie ändern der Einbahnrichtung oder Aufhebung von Parkplätzen ergriffen, um eine Reduktion des motorisierten Verkehrs zu erreichen. Wegen der beschränkten Dauer war eine vereinfachte Ausschreibung möglich.
Die Beachtung der temporären Verkehrsregimes war durch die Kombination von gestalterischen Massnahmen, Anlässen und physischer Präsenz der nicht motorisierten StrassenbenützerInnen gewährleistet.
Während der drei Sommermonate fanden zahlreiche zum Teil spontan organisierte Anlässe statt. Während die Stadt wöchentliche Konzerte, Theater- und Filmvorführungen veranlasste, realisierten die Bewohner- Organisationen Tanz-Festivals, Flohmärkte, Tai-Chi-Kurse, Grillparties und Feste mit kulinarischen Höhepunkten.


Persone coinvolte

Organisation
Die Projekte entstanden aus der Zusammenarbeit von Bewohner-Organisationen, Architektinnen und Künstlern mit dem Stadtplanungsamt von Genf. Einzelne Projekte waren von den Anwohnerinnen selbst entworfen worden, andere durch beauftragte Architekten mit Erfahrung in partizipativen Prozessen.


Cronistoria

Zeitraum

  • Beginn der Planung: Januar 2003
  • Öffentliche Mitwirkungsanlässe: Frühling 2003
  • Durchführung vom 20. Juni bis 23. September 2003
  • Abbau der Einrichtungen bis 30. September 2003


Quadra dei costi

Finanzierung
Die Kosten für Planung und Umsetzung der sieben Projekte beliefen sich auf 300'000 CHF.