Genf: Plage des Eaux-Vives et Port Noir

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Das Projekt am Genfer Seebecken umfasst die Realisierung eines neuen öffentlichen Strandes, eines öffentlichen Hafens und einiger Gebäude. Darunter ein Restaurant am Ende der Hafenmole, das einen neuen Panoramablick auf die Stadt eröffnet.


Die Ufer des Genfersees sind hauptsächlich von schützenden Mauern und Blockschüttungen gesäumt und bieten nur wenige Badeplätze für die tausenden Badegäste, Sonnenanbeterinnen und Erholungssuchende, die der See anzieht. Das Projekt ist eine Antwort auf die Anforderungen an die öffentlichen Räume einer Stadt, die sich verdichtet, und an die Entwicklung sozialer Formen der Ufernutzung, die in allen Jahreszeiten Genussmomente verspricht.

Zahlreiche Einrichtungen setzen vor Ort Akzente: Sitzbänke, Springbrunnen, Sonnenschirmständer, Pétanque-Plätze, Duschen, öffentliche WCs etc. Das Ganze wird durch einen Imbiss an der Schnittstelle von Strand und Hafen vervollständigt. Das Projekt wurde in Absprache mit Nutzerverbänden entwickelt. Der Strand verfügt ausserdem über eine Rampe, über die Menschen in Rollstühlen ins Wasser gelangen können.

Um die geotechnischen Bedingungen zu berücksichtigen und die Umweltauswirkungen zu begrenzen, wurden Bauten, die auf den See hinausragen, auf Pfählen errichtet. Die Aufschüttung im See, auf der die Plage des Eaux-Vives angelegt ist, erforderte eine naturnahe Kompensationsfläche. Entsprechend säumt ein Schilfgürtel gegenüber dem bestehenden Quai das Projekt.

Projektträgerschaft
Service du lac, de la renaturation des cours d’eau et de la pêche

Département du Territoire (DT), Kanton Genf

Auftragnehmer
Atelier Descombes Rampini SA, Architekten

edms SA, Bauingenieure

Agenda
2006 - 2016: Planung

2017 - 2020: Umsetzung


Kosten
CHF 66’000’000.-

Bewertung der Jury
Die Plage des Eaux-Vives ist das Resultat eines langen Prozesses: Er mündete in einen weitläufigen öffentlichen Raum und einen neuen Standort für die Biodiversität in der Stadt. Die Jury möchte hervorheben, wie ambitiös dieses Projekt innerhalb eines Ballungsraums ist – und dass solche Projekte allzu selten sind. Seinen Erfolg verdankt es auch den verschiedenen Nutzungsarten, die es allen Zielgruppen bietet: eine Promenade, die für alle (auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität) zugänglich ist und abseits des Strassenlärms liegt, eine Abfolge von Stränden sowie ein weiträumiger Park. Der einzige Zweifel, den die Jury äussert, dreht sich um das Fehlen von Schatten auf der Promenade.

Das Projekt kann als Beispiel für Grossstädte dienen, weniger aber für kleinere Orte. Die Berücksichtigung der verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer sowie der Ausgleich zwischen Freizeitnutzung und Natur ist hingegen unabhängig von der Grösse des Projektgebiets durchaus anwendbar.

Fotos: Aerial works / club en fauteil roulant /Serge Fruehauf