Genf (GE): Rue Chaponnière

Klicken Sie auf das Bild um die Galerie zu öffnen.

Die Rue Chaponnière liegt bahnhofsnah am Rande des Stadtteils Pâquis. Sie ist eine typische Strasse in einem dicht besiedelten Quartier und war jahrzehntelang stark verkehrsbelastet. Dank der Umwandlung der Strasse in eine Fussgängerzone und der konsequenten Begrünung macht das Flanieren hier wieder Freude. Durch die Neugestaltung kommt der vielseitige Charakter als Geschäfts-, Restaurant-, Flanier- und Nachbarschaftsstrasse zur Geltung. Die Fussverkehrsbereiche wurden erweitert, um das Gehen zu erleichtern und Ausruhmöglichkeiten zu schaffen. Sitzbänke laden zum Verweilen ohne Konsumzwang ein. Die neue, bisher inexistente Begrünung sorgt für Schatten, Frische und Umfeldqualität. In der Mitte bleibt eine Fahrspur für Rettungsfahrzeuge erhalten, während die Belieferung der Geschäfte künftig über die Parallelstrassen erfolgt. Im Rahmen des Projekts entsteht ein einladender öffentlicher Raum, der besser begehbar ist und die Geselligkeit fördert.


Die in Bahnhofsnähe am Rande des Pâquis-Quartiers gelegene Rue Châponnière wurde komplett umgestaltet, um eine verkehrsreiche Strasse in einen vorrangig dem Fussverkehr vorbehaltenen öffentlichen Raum zu verwandeln. Nun ist die Strasse auf durchgehenden, gut erkennbaren Routen leicht zugänglich, was zum täglichen Gehen und Aufenthalt im Freien einlädt.

Das Projekt ist Teil einer Strategie zur Begrünung und klimaresistenten Gestaltung öffentlicher Räume in einem dicht bebauten und stark versiegelten Stadtteil. Zwölf neue Bäume wurden zusammen mit Sträuchern und Stauden in sogenannten «Stockholmer Gruben» gepflanzt, die ein optimales Wurzelwachstum und ein besseres Regenwassermanagement ermöglichen. Diese Elemente steuern Schatten, Kühle und Landschaftsqualität bei und verbessern dadurch das städtische Mikroklima. Die Nutzungsqualität ist ein zentrales Anliegen des Projekts. Die Flächen wurden umgestaltet, um durchgehende Fussverkehrsverbindungen zu schaffen, Nutzungskonflikte zu verringern und die Wahrnehmung der Strasse als beruhigten öffentlichen Raum zu stärken. Die aus Sitzbänken bestehenden Möblierungen laden zum Verweilen ein und fördern die Nutzung des Raums als Aufenthaltsort. Die wasserdurchlässige, offenfugig verlegte Pflästerung erstreckt sich auch über die Aussenbereiche der Restaurationsbetriebe, deren bisheriger Bodenbelag zwecks einer besseren Lesbarkeit des Raumes entfernt worden ist. Die Strasse wurde für den motorisierten Verkehr gesperrt, wobei eine Fahrspur für Notfalleinsätze und kommunale Dienstleister erhalten bleibt. Die Belieferung der Geschäfte erfolgt künftig über die Parallelstrassen. Die Umgestaltung führt zu einer Verkehrsberuhigung, ohne den Betrieb der Ladengeschäfte zu beeinträchtigen.

Dieser integrierte Ansatz schlägt die Brücke zwischen Autofreiheit und kommerzieller Nutzung der Strasse. Die Begrünung durch Bäume und andere Pflanzen sorgt für thermischen Komfort und eine neue Aufenthaltsqualität. Die Begehbarkeit der Strasse verbessert sich, was die Lebensqualität im Quartier nachhaltig erhöht.

Beteiligten

Bauherrschaft: Stadt Genf, Service de l'aménagement, du génie civil et de la mobilité

Auftragnehmer: 

  • Écho Atelier Paysage et Territoire, Genf; 
  • ZS ingénieurs civils, Petit-Lancy; 
  • BMG Solution, Genf (Umweltstudien); 
  • Citec, Genf (Mobilitätsingenieure); 
  • GADZ, Genf (Geotechnik), 
  • Heimberg et Cie, Genf (Vermessungsingenieure), 

Unternehmen:

  • Piasio, Bardonnex (Tiefbau); 
  • Jacquet, Genf (Bepflanzung); 
  • Compagnie des rues, Genf (Stadtmobiliar); Grellor et Cie, Carouge (Abfallbehälter)

Meilensteine

Beginn der Planungsarbeiten: Ende 2023

Baugenehmigung: November 2024

Baubeginn: 28. November 2024

Fertigstellung: 22. Mai 2025


Kostenrahmen

Baukosten:

1'100'000 CHF für die Gestaltung

310'000 CHF für die Sanierung

Website


Bewertung der Jury
Die Jury würdigt die qualitativ hochwertige Neugestaltung des öffentlichen Strassenraums. Die Fussgängerzone weckt in dem dicht besiedelten bahnhofsnahen Quartier, das in den letzten Jahrzehnten vom Autoverkehr geprägt war, wieder Freude am Gehen und Flanieren. Die Jury lobt das gelungene Ergebnis sowie sein schlichtes, aber sehr gepflegte Erscheinungsbild. Das asymmetrische Querprofil ist wohl durchdacht und dient dem Wassermanagement, das der Vegetation zugutekommt. Es unterbricht den Strassenverlauf rhythmisch, wirkt aber niemals eintönig. Dank neuer Gestaltungselemente stellen die Geschäfte und Restaurationsbetriebe bis in den Abend hinein Orte der Ruhe bereit, an denen unterschiedliche Geschwindigkeiten und Nutzungsarten harmonisch miteinander koexistieren können. Die Materialisierung ist vorbildlich: Die Palette an unterschiedlichen Steinen und Pflanzen fügt sich diskret in den charakteristischen historischen Kontext ein. Das Projekt könnte auf benachbarte Strassenräume ausgeweitet oder als Vorbild für deren Umgestaltung dienen und so die Lebensqualität in der Umgebung verbessern. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen liessen sich jedoch bessere hindernisfreie Lösungen finden.