Flâneur d’Or 2004

Zürich (ZH): Baugenossenschaft Hagenbrünneli: Siedlung Lerchenberg

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Der Verkehrsraum der Wohnsiedlungaus den 60er-Jahren war auf Verkehrstrennung ausgelegt, mit entsprechenden Problemen. Eine vollständige Neukonzeption im Mischprinzip war aus finanziellen Gründen nicht möglich. Die private Bauherrschaft setzte daher auf eine massvolle, kleinräumige und übersichtliche Umgestaltung. Durch diese wurde das Wohnumfeld angenehmer und für den Langsamverkehr sicherer. Das Modell ist übertragbar auf andere “autogerechte” Wohnquartiere der letzten Jahrzehnte.


Ausgangslage
Der Verkehrsraum der Wohnsiedlung Lerchenberg wurde Ende der 60er-Jahre auf Verkehrstrennung ausgelegt. Die bekannten Schwächen dieses Prinzips sind die räumliche Dominanz des Autoverkehrs, die nicht immer angepasste Fahrweise und daraus folgend die Gefahren für alle Verkehrsteilnehmenden. Zudem waren wichtige Fussverkehrsbeziehungen (Wunschlinien) unübersichtlich oder durch Bepflanzung verunmöglicht.

Vorgehen
In der Analysephase konnten mit einer Bewohnerumfrage (Fragebogen an alle Haushaltungen) verschiedene Schwachstellen eruiert und die von Bauherrschaft und Planungsteam gemachten Beobachtungen bestätigt werden.

Umsetzung
Aus finanziellen Gründen war eine vollständige Neukonzeption im Mischprinzip nicht möglich. Die Bauherrin be-schränkte sich aber auch nicht auf “harte” Verkehrsberuhigungsmassnahmen wie Schwellen und Pfosten, sondern setzte auf die Gesamtwirkung einer massvollen Umgestaltung. Diese ist kleinräumig und zugleich übersichtlich.
An zwei wichtigen, bis anhin für den Fussverkehr ungenügend gestalteten, respektive fehlenden Wunschbeziehungen wurden die Fahrbahnflächen auf Trottoirniveau angehoben. Dadurch sind zwei Platzflächen entstanden, die mit einem Farbauftrag versehen und mit einer Rundbank ausgestattet sind. Auf die Verbreiterung der eher schmalen
Trottoirs wurde verzichtet, weil die Strasse nach der Umgestaltung und Signalisation als Begegnungszone (Tempo 20) von den Fussgängerinnen und Fussgängern vermehrt mitbenutzt werden soll.

Organisation
Bauherrin: Baugenossenschaft Hagenbrünneli, Zürich; Projekt und Ausführung: Private Planungs-, Architektur-, Landschaftsarchitektur- und Ingenieurbüros


Zeitraum

  • Planung ab Herbst 2002
  • Projektierung Frühling bis Herbst 2003
  • Ausführung Januar bis April 2004


Finanzierung
Für die Behebung der konzeptionellen Mängel und die gestalterische Aufwertung des Strassenraumes standen 300'000 CHF zur Verfügung.