Bern: Bern baut - Strassenräume für die Bedürfnisse der Menschen

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Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und wohnungsnahe Aufenthaltsmöglichkeiten müssen lebensfreundlich gestaltet sein. Mit dem Arbeitsinstrument «Bern baut, Planen und Projektieren im öffentlichen Raum» verfolgt die Stadt Bern seit Januar 2021 die menschenzentrierte Strategie «Gemeinsam für den öffentlichen Raum». Diese sieht eine iterative und lernende Planung vor, welche die hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität in Bern weiter verbessern soll.


«Bern baut» ist ein operatives, digitales Arbeits- und Wissensinstrument für Fachpersonen, die den öffentlichen Raum und deren Infrastrukturen planen, projektieren, bauen, betreiben und unterhalten. Der Gemeinderat der Stadt Bern hat «Bern baut» verabschiedet und die neue Strategie für alle städtischen Ämter der Stadt Bern für verbindlich erklärt. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe wird durch das Tiefbauamt der Stadt Bern geleitet.

Die vorliegenden Haltungen in «Bern baut» sind wichtige Wegweiser, damit Planende und Projektierende agil auf Veränderungen reagieren können. Der Planungsgrundsatz «Strassenräume für die Bedürfnisse von Menschen» beinhaltet viele Kulturveränderungsthemen, die Transformationsprozesse und eine offene Fehlerkultur benötigen. Es werden vielfältige und mit Konflikten verbundene Umgestaltungs-, Umverteilungs- und Aushandlungsprozesse geführt, die sowohl auf materieller wie auf symbolischer Ebene wirken und eine neue Mobilitätskultur fördern.

Nachfolgend einige der konzeptionellen Grundhaltungen:

  • Es wird von der Fassade zur Fahrbahn hin geplant.

  • Fehlt der Platz, wird in erster Linie versucht, MIV-Fahrspuren oder Parkplätze abzubauen.

  • Das Tempo wird flächendeckend reduziert: Auf Quartierstrassen und im UNESCO-Perimeter gelten Begegnungszonen als Grundvariante. Auf dem Basisnetz gilt Tempo 30 als Grundvariante.

  • Verhindern Parkplätze bessere Lösungen, werden sie ersatzlos aufgehoben.

Leitung und Weiterentwicklung
Tiefbauamt, Verkehrsplanung, Stadgrün, Stadtplanungsamt der Stadt Bern

Zeitplan
2019 bis Januar 2021: Erarbeitung der neuen Strategie, Teil A

2021 bis 2022: Überarbeitung Teil B – Standards

Kosten
CHF 75'000.-

Bewertung der Jury
Fussgängerinnen und Fussgänger wünschen sich flächendeckend attraktive Räume zum Flanieren. Mit «Bern baut» hat die Stadt ein Instrument geschaffen, von dessen Wirkung die gesamte Stadtbevölkerung profitieren kann und die dem Fussverkehr Priorität einräumt. Das Konzept stellt hierzu den Menschen ins Zentrum der Stadtberner Planung und definiert weitere Grundsätze für die Lebensqualität im Allgemeinen und den Fussverkehr ins Besonderen.
Das Konzept ist breit abgestützt und entwickelt sich laufend weiter. Die interdisziplinäre Zusammensetzung des Arbeitsgruppe bildete eine gute Voraussetzung, damit alle Verantwortung übernehmen und die Konzeptinhalte beim Projektieren, Bauen, Betreiben und Unterhalten einfliessen. Auch die gelungene Verknüpfung von Planungsgrundsätzen und Standards für die Umsetzung hat die Jury überzeugt.

Fotos: Tiefbauamt der Stadt Bern