Flâneur d’Or 2017
Gams (SG): Fuss- und Radverkehrskonzept
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In einem partizipativen Prozess wurde ein breit abgestütztes Fuss- und Radverkehrskonzept über das ganze Gemeindegebiet von Gams SG entwickelt. Es beinhaltet eine Schwachstellenanalyse, einen in Haupt-und Nebenverbindungen hierarchisierten Fusswegnetzplan, der zu schliessende Netzlücken definiert, sowie einen Massnahmenplan. Abgestützt auf das von der Gemeinde verabschiedete Konzept sind erste Massnahmen bereits realisiert.
body{ overflow: scroll !important; }Vorgehen
Die
Aufgabe umfasste fünf Hauptteile:
- Bestandsaufnahme und Analyse: Die wichtigsten Ziele und Quellen des Fuss- und Radverkehrs wurden erfasst. Eine verfiefende Schwachstellenanalyse wurde durchgeführt sowie die Mängel, Konflikte und Netzwiderstände auf einer Mängelkarte dargestellt.
- Netzplanung: Es wurde ein Konzept für das Fusswegnetz aufgrund von Erreichbarkeiten und Einzugsbereichen entwickelt und auf einem Netzplan dargestellt, das auch die Verknüpfungen mit den überkommunalen Netzen des Fuss- und Veloverkehrs aufzeigt.
- Massnahmenplanung: Massnahmenvorschläge zur Behebung der Schwachstellen wurden formuliert und auf einem Plan abgebildet.
- Dokumentation (Pläne und Bericht): Die Resultate des Planungsprozesses wurden in einem abschliessenden Bericht zusammengestellt.
- Mitwirkung, Kommunikation, Information (integral über alle Arbeitsphasen): Über alle Arbeitsschritte erfolgte eine kontinuierliche Partizipation und Information. So hat die Bevölkerung bei der Schwachstellenanalyse mitgewirkt und wichtige Hinweise für Massnahmen gegeben.
Resultate der Schwachstellenanalyse
Die
Verkehrssituation wird geprägt durch die Ortsdurchfahrt (Hauptstrasse), in die
im Bereich des Ortszentrums die Haagerstrasse (Zubringer zur A13) und die
Gasenzerstrasse einmündet. Die Querungsstellen der Fusswegverbindungen über die
Hauptstrassen sind demzufolge potentielle Problempunkte. Ansonsten besteht
insgesamt ein relativ dichtes Fusswegnetz. Allerdings weisen die Wege grosse
Qualitätsunterschiede auf, was die Begehbarkeit, den Zustand und den Gehkomfort
angeht. Die zu geringe Breite der Fussverkehrsflächen ist häufig ein Problem;
in den Hanglagen sind die Begehbarkeit und der Zustand der Wege teilweise
problematisch. Mängel bestehen auch hinsichtlich der Haltestellenausstattung:
Nur wenige Haltestellen weisen einen Witterungsschutz auf; die Wartemöglichkeiten sind zu
gering bemessen und häufig fehlen an den Haltestellen gesicherte
Querungsmöglichkeiten; die Anforderungen an einen barrierefreien Einstieg sind
an keiner Haltestelle erfüllt. Mängel in der Strassenraumgestaltung bestehen
insbesondere an der Gasenzenstrasse, im Zentrumsbereich und am Dorfplatz
Gasenzen. Der Zentrumsbereich, das Umfeld der Bushaltestelle Post und der
Dorfplatz Gasenzen bieten wenig Anreize zum Aufenthalt. In der Haagerstrasse
und in der Grabserstrasse wirken die Strassenräume überbreit, was zu erhöhten
Fahrgeschwindigkeiten führt. Am Ortseingang Haagerstrasse wird der Übergang
zwischen Ausser- und Innerortsbereich im Strassenraum nicht ablesbar.
Massnahmen
Im ganzen
Fussverkehrsnetz wurden Netzergänzungen und Schlüsselmassnahmen definiert:
- Fusswegstücke zur besseren Erschliessung des Ortsteils Gasenzen.
- Trottoirausbau oder Trottoirverbreiterungen z.B. entlang der Gasenzenstrasse.
- Sicherung von Querungsmöglichkeiten bzw. Angebot von zusätzlichen Querungsmöglichkeiten vor allem am verkehrsorientieren Strassernetz (Wildhausstrasse, Gasenzenstrasse, Grabserstrasse, Haagerstrasse).
Im Bereich der Verkehrsregelungen wurde die flächendeckende Einrichtung von Tempo 30-Zonen in allen Quartieren vorgeschlagen. Gestaltungsmassnahmen dienen zur Verdeutlichung räumlicher Situationen, besonderer Verkehrsregimes (Tempo 30-Zonen) oder zur Aufwertung von Strassen- und Platzräumen. Sie wurden insbesondere an folgenden Situationen vorgeschlagen:
- Betriebs- und Gestaltungskonzept Gasenzenplatz und Ortszentrum
- Gestaltung der Ortseingänge zur Verdeutlichung des Übergangs ausser-/innerorts an allen wichtigen Ortseingängen
- Umsetzung verkehrsberuhigender Massnahmen in Zusammenhang mit der Einrichtung von Tempo 30-Zonen
Ein spezielles Augenmerk gilt den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs:
- An allen Bushaltestellen sind bis 2023 Umbauten zur Verbesserung der Barrierefreiheit (Einstiegshöhe) nötig.
- Einrichtung einer zusätzlichen Bushaltestelle „Feld“ und Gasnenzenplatz
- Ergänzen eines Witterungsschutzes an allen wichtigen Haltestellen.
Umsetzung
Die
ersten Massnahmen sind in Bearbeitung oder in Umsetzung: Konzept Ortsmitte,
Umgestaltung Ortseingang Ost mit Querung, Tempo 30 im Ortsteil Gasenzen als
Pilotprojekt für andere Quartiere, Verbesserungen an Querungsstellen,
Velostreifen, damit die Velos nicht mehr das Trottoir benutzen, Ergänzen von
Fussgängersteifen usw.
Projektbearbeitung
HSR Hochschule für Technik Rapperswil (Klaus Zweibrücken / Carsten Hagedorn / Gianna Müller / Moritz Setz)
Projektbegleitung
Begleitgruppe mit Vertretern des Gemeinderates und weiterer
Beteiligten. Mehrere öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen
Zeitraum
2010:
Schwachstellenanalyse Fuss- und Veloverkehr im Rahmen des
Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein
2013:
Sanierung Haagerstrasse als Anlass zur konzeptionellen Überprüfung der
Situation für den Fuss- und Radverkehr
2014-15:
Erarbeitung Konzept Fuss- und Radverkehr Gams
Planungskosten
ca. CHF 40'000.-
Projektierungs-/Realisierungskosten:
Die Budgets für die Umsetzung der
einzelnen Massnahmen werden separat gesprochen.